Ausgewählter Beitrag

Jürgen Große, Spruch des Tages zum 14.05.2021

Wer befiehlt, die Menschen zu lieben,
der befiehlt, die Menschen zu ändern.
Niemand liebt die Menschen, wie sie sind.

(aus: »Der sterbende Gott – Agnostische Anmerkungen«)
~ © Jürgen Große ~

deutscher Aphoristiker und Essayist; * 1963



Zitante 14.05.2021, 00.10

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Marianne

Der Spruch hat eine Botschaft, die ich so interpretiere: Einen Menschen ( auch andere Lebewesen oder "Dinge") lieben, so wie er ist, ohne ihn ändern zu wollen, sei der richtige Weg.
Bedingungslose Liebe wäre das optimale Ziel. Ob es sie wirklich gibt, bezweifelt Herr Große mit seinen Worten.
Ich stelle es mir schwer vor, bedingungslose Liebe zu leben.
Liebe Grüße
Marianne


vom 14.05.2021, 17.52
Antwort von Zitante:

Das ist eine sehr interessante und nachdenkenswerte Überlegung, liebe Marianne .

Ich kenne nur eine einzige Person, die von sich behauptet, bedingungslos lieben zu können. Sie wollte Ordensfrau werden, hat aber aufgrund einer privaten Situation (Verpflichtung zur Pflege ihrer Eltern) es nicht bis zum Gelübde geschafft. Ihr Ziel war es, als Missionarin eingesetzt zu werden.

Sie ist dann in den Sozialdienst eingetreten, hat sich insbesondere um Strafgefangene mit besonders schweren Straftaten (und wahrscheinlich auch mit besonders schweren Vorentwicklungen) gekümmert. Meinen aller-, allergrößten Respekt dazu!

Ich kann nicht beurteilen, wie tief diese Menschenliebe gegründet ist. Nach meiner Vorstellung kann eine unbegrenzte, bedingungslose Liebe zu Menschen nur ein Höheres Wesen (das möglicherweise gar die Menschen erschaffen hat) so empfinden.

Und so lege ich den Spruch von Jürgen Große aus: Wer die Menschen erschaffen hat kann nicht verlangen, daß sie sich untereinander so lieben, wie es (vielleicht, wahrscheinlich?) gemeint war. Denn das ist eine Auslegung der Kirche, die von Weltlichen geleitet wird.

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