Ausgewählter Beitrag

Wolfgang Kownatka

Lieber eine unbestimmte Zukunft
als eine unbewältigte Vergangenheit.

(aus: »Heiteres und Nachdenkliches über Mensch und Zukunft« – Gedichte und Aphorismen)
~ © Wolfgang Kownatka ~
deutscher Oberstleutnant a.D. und Journalist, * 1938

Zitante 05.08.2020, 10.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Marianne

Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern, auch wenn ich mir einiges anders gewünscht hätte. Mit ihr zu hadern, tut mir im Hier und Jetzt nicht gut.
Was die Zukunft betrifft, möchte ich auch nicht zu weit vorausschauen können, damit ich mich auf die Gegenwart konzentrieren kann und sie bewusst erleben darf. Mit zuviel Beschäftigung in beiden Fällen geht kostbare Lebenszeit verloren, denke ich.

Heiße Sommergrüße
von Marianne

vom 07.08.2020, 22.00
Antwort von Zitante:

Es wäre wirklich gut, wenn man mit dem Erlebten, dem Vergangenen, nicht mehr hadern bräuchte bzw. das auch könnte. Mir gelingt es eigentlich ganz gut (meine ich zumindest), aber es gibt Charaktere, die können nicht loslassen. Diesen Schalter umzulegen, das fällt einigen sehr schwer bzw. sie können es einfach nicht. Das ist schade, denn ein unbeschwertes Leben nach einem harten und arbeitsreichen Leben hätten sie mehr als verdient.

Einen lieben (gewitterumtostem) Grußt zu Dir!
3. von Helga Sievert-Rathjens

Die Zukunft empfinde ich immer als unbestimmt. Was die Zukunft bringt, weiß niemand und jeder muss sich mit ihr abfinden (mit der Unbestimmtheit).
Eine unbewältigte Vergangenheit aber ist schon geschehen, für jeden, und sie ist nicht mehr wegzulöschen. Sie ist nicht veränderbar und bleibt im Bewusstein und vor allem Unbewusstsein. Das ist lebensbestimmend und bestimmt einen bis ins hohe Alter. Unbewältigtes lastet sehr schwer und bestimmt auch die Zukunft. Das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch kollektive Erlebnisse/Handlungen sind betroffen. Von daher ist für mein Empfinden, die unbewältigte Vergangenheit, das größte Übel.

vom 07.08.2020, 19.35
Antwort von Zitante:

Ich war heute (09.08.2020) nach einer leider mal wieder viel zu langen (erzwungenen) Pause bei meiner Mutti. Ich weiß mit Bestimmtheit, sie würde Dir voll beipflichten, denn sehr ähnlich war der Tenor unseres Gespräches.

Die Vergangenheit (und zwar nicht nur die ältere, also die Kriegs- und Nachkriegsjahre, sondern auch die jüngere, d.h. die letzten 2-3 Jahre) bestimmen dermaßen ihr aktuelles Sein, daß sie darin nichts Positives für die Zukunft mehr ziehen kann. Sie wird die Ereignisse nicht mehr verarbeiten können, da sind wir uns einig.
2. von Edith T.

Ich möchte nicht wissen, was mir meine Zukunft bringen wird.
Ich denke dass wir Menschen in der Lage sind, uns auf sehr vieles einzustellen.
Aber vorher wissen, was mir evtl. "droht" - nein, dass möchte ich nicht. Das Wissen um eine belastende Zukunft würde mich wahrscheinlich lähmen - oder mich in eine übersteigerte Aktivität versetzen, um diesem drohenden Schicksal zu entgehen. Beides wäre mir, meiner Gesundheit und meiner Lebensfreude sehr abträglich.

An einer unbewältigten Vergangenheit leiden weltweit wohl sehr viele Menschen - die Kriegsflüchtlinge werden ihre Traumata wohl nie überwinden bzw. bewältigen, schwer erkrankte Menschen hadern oftmals mit ihrer in der Vergangenheit entstandenen Krankheit. Zerbrochene Familien, beruflicher und sozialer Absturz usw.
Wer solche Schicksalsschläge nicht verarbeiten kann, leidet lebenslang unter eben dieser unbewältigten Vergangenheit,

meint Edith T.

vom 07.08.2020, 12.23
Antwort von Zitante:

Was den Blick in die (allgemeine oder auch persönliche) Zukunft anbetrifft, da schwanke ich... Mal würde ich gerne wissen, was uns/mich erwartet, um eventuelle schon Vorsorge treffen zu können. Mal denke ich so wie Du, bloß nicht, wer weiß, auf was für Gedanken ich käme, wenn ich es wüßte ;-)

Mit meiner Vergangenheit habe ich so gut wie abgeschlossen, obwohl sie nicht immer die schönste war (was bestimmt sehr viele so empfinden). Einen Krieg habe ich zum Glück nie erleben müssen, weder einen mit Waffen, noch einen mit Rosen...

Auch mit den Krankheiten konnte ich "Frieden schließen", was für mich sehr wichtig zur Überwindung war.

Schlimm finde ich die Kriegsberichtgespräche mit meiner Mutti. Sie hätten schon viel früher stattfinden sollen, aber darüber zu reden war regelrecht "verpönt". Hätte ich früher von ihren Erlebnissen gewußt, ich hätte sie in vielen Fällen besser verstehen können...

Ein schönes Wochenende wünschen der Liebste und ich Dir und P.!
1. von Sophie

Eine unbestimmte Zukunft empfinde ich als das größere Übel. Sie kann die Gegenwart erheblich beeinflussen, z.B. Angst vor Altersarmut, Wohnungsverlust u.a.

vom 05.08.2020, 12.29
Antwort von Zitante:

Dein Argument kann ich sehr gut nachvollziehen, liebe Sophie. Ich kenne das aus einer früheren Situation, in der ich mich befand und in der mich die Angst regelrecht "im Griff" hatte.
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